Der Krieg in der Ukraine hat eine beispiellose Flüchtlingswelle in Europa ausgelöst. Experten rechnen mit über zwei Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern, die bereits aus ihrer Heimat geflohen sind. Rund 150.000 davon sind bereits in Deutschland angekommen. Hier sind sie nun auf schnelle und unbürokratische Hilfe angewiesen.

Viele Deutsche wollen helfen, indem sie Geflüchtete bei sich zuhause aufnehmen. Was gilt es dabei als Mieter zu beachten?

Darf ich Flüchtlinge privat aufnehmen, wenn ich selber zur Miete wohne?

Ja. Mieter, die Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen möchten, dürfen dies grundsätzlich tun, solange der Zeitraum überschaubar bleibt. Sechs bis acht Wochen gelten als erlaubnisfreier Besuch, den Mieter im Rahmen ihrer Nutzung empfangen dürfen. Der Vermieter muss hierüber nicht informiert werden.

Was, wenn ich die Flüchtlinge für längere Zeit aufnehmen möchte?

Wenn die Aufnahme den Zeitraum von 6-8 Wochen überschreitet, kann nicht mehr von einem erlaubnisfreien Besuch ausgegangen werden. In diesem Fall müssen Mieter oder Mieterin den Vermieter unbedingt vorher um Erlaubnis fragen. Wenn ein berechtigtes Interesse des Mieters vorliegt, die Mietwohnung an Dritte zu überlassen und diese dadurch nicht überbelegt wird, muss der Vermieter dem in der Regel zustimmen. Als Grenze kann hier von mindestens 10 Quadratmetern pro Person ausgegangen werden. Wird dieser Wert unterschritten, gilt die Wohnung als überbelegt.

Wer kommt für die Kosten der Unterbringung auf?

Aktuell gibt es in Deutschland noch keine staatliche Unterstützung für Helfer von Geflüchteten. Wer jemanden bei sich aufnimmt, muss also zur Zeit selbst für die dadurch anfallenden Mehrkosten aufkommen.

Wer haftet, wenn durch die Aufnahme Schäden an der Wohnung entstehen?

Wird die Wohnung durch den Besuch des Mieters beschädigt, muss dieser gegenüber dem Vermieter für den Schaden aufkommen. Wer eine Hausrat- oder Gebäudeversicherung hat, kann den Schaden je nach individueller Konstellation auch darüber abwickeln. Theoretisch kann auch der Schädiger durch den Mieter in Regress genommen werden.