Die Geschichte von Jabbar Collins könnte man als filmreif bezeichnen.

Im Jahr 1995 nimmt sein Leben eine entscheidende Wendung. Er wird angeklagt, ein Jahr zuvor einen Rabbi im New Yorker Stadtteil Brooklyn ermordet zu haben. Mehrere Zeugen hatten behauptet, ihn am Tatort gesehen zu haben. Dass einer von ihnen seine Aussage noch kurz vor dem Prozess bei der Polizei dementierte, hatte Collins Anwalt nicht mehr rechtzeitig mitbekommen.

Obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuerte, wurde Jabbar Collins wegen Mordes zweiten Grades schuldig gesprochen und zu 34 Jahren Haft verurteilt.

Er wurde in einem New Yorker Hochsicherheitsgefängnis untergebracht. Doch anstatt hier den Kopf hängen zu lassen, studierte er während seiner Haftzeit autodidaktisch Jura und ließ sich im Rahmen des „Freedom of Information Act“ Informationen zu seinem Fall ins Gefängnis liefern. Im Laufe der Zeit kontaktierte er Zeugen und deckte immer mehr Ungereimtheiten auf. So konnte er nachweisen, dass einer der Zeugen seine Aussage noch vor dem Prozess zurückgezogen hatte, sein damaliger Anwalt aber beim entscheidenden Prozess nichts davon gewusst hatte. Zudem gab ein Zeuge ihm gegenüber zu, von einem Bezirksstaatsanwalt bestochen worden zu sein, zwei weitere gaben an, dass Rechtsanwälte der Staatsanwaltschaft sie bedroht hätten. Collins sammelte alle Ungereimtheiten und legte Beschwerde gegen sein Urteil ein.

Nach über 16 Jahren in Haft konnte er sich im Jahr 2010 schließlich selbst freiklagen. Eine damalige US-Bundesrichterin entschuldigte sich bei Collins und sprach von „beschämendem“ Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft.

Wegen Verletzung seiner Bürgerrechte erhielt er zudem rund 13 Millionen Dollar Entschädigung für seine Haftzeit.