Angesichts der hitzigen Abtreibungsdebatte in den USA hat der US-Bundesstaat Oklahoma ein umstrittenes Abtreibungsgesetz verabschiedet:

Das sogenannte „Herzzschlaggesetz“ („Oklahoma Heartbeat Act“) verbietet dort künftig Schwangerschaftsabbrüche, sobald ein Arzt beim Embryo oder Fötus einen Herzschlag feststellen kann. Dies ist oft schon nach sechs Wochen der Fall – oft bevor die werdende Mutter überhaupt weiß, dass sie schwanger ist. Zudem werden durch das Gesetz auch Zivilklagen gegen Personen ermöglicht, die selbst Schwangerschaftsabbrüche vornehmen oder Frauen dabei unterstützen.

Das Herzschlaggesetz ähnelt einer bereits bestehenden, ebenfalls hoch umstrittenen Regelung aus Texas und wurde bereits von Kevin Stitt, dem republikanischen Gouverneur von Oklahoma, unterzeichnet. Dieser twitterte anschließend: „Ich bin stolz darauf, SB 1503, das ‚Herzschlag-Gesetz‘ von Oklahoma, in Kraft zu setzen. Ich möchte, dass Oklahoma der lebensfreundlichste Staat des Landes wird, weil ich alle vier Millionen Oklahomaner vertrete, die mit überwältigender Mehrheit das ungeborene Leben schützen wollen.“

In den USA tobt derzeit eine hitzige Debatte um das Recht zur Abtreibung. Ein Magazin hatte kürzlich einen Gesetzesentwurf des Obersten Gerichtshof geleakt, laut dem das liberale Abtreibungsrecht in den USA gekippt werden soll. Konkret geht es um die Aufhebung eines Grundsatzurteils aus dem Jahr 1973, welches landesweit Abtreibungen bis etwa zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt. Sollte das Urteil gekippt werden, können die Bundesstaaten generelle Abtreibungsverbote verhängen und Schwangerschaftsabbrüche hart bestrafen.

Seit der Veröffentlichung des Vorhabens fanden in zahllosen amerikanischen Städten hitzige Proteste statt, insbesondere in New York, Washington, Los Angeles und Seattle. Es gingen sowohl Gegner des Abtreibungsverbotes als auch Befürworter auf die Straße. Ein abschließendes Urteil des Obersten Gerichtshofes wird in Kürze erwartet.

In Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren bis zur 12. Schwangerschaftswoche erlaubt.