Der Fußballer Jérôme Boateng ist auch in seinem Berufungsprozess wegen Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Weil er seine Ex-Partnerin in einem gemeinsamen Karibik-Urlaub geschlagen, verletzt und beleidigt haben soll, hat ihn das Landgericht München I nun zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 10.000 Euro (1,2 Millionen Euro) verurteilt.

Boateng war letztes Jahr vom Amtsgericht in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro (insgesamt 1,8 Millionen Euro) verurteilt worden. Die neue Strafe fiel in der Gesamtsumme also zwar niedriger aus, dafür wurde jedoch die Anzahl der Tagessätze verdoppelt und die Grenze von 90 Tagessätzen überschritten. Sollte das aktuelle Urteil rechtskräftig werden, gilt der Fußball-Weltmeister von 2014 somit als vorbestraft. Zudem wurde er im zweiten Verfahren in zwei Fällen wegen Körperverletzung verurteilt, in erster Instanz hingegen nur in einem Fall.

Wie unter anderem “ntv” berichtete, forderten die Anwälte von Boateng den Freispruch ihres Mandanten und behaupteten, dass dessen Ex-Partnerin die Vorwürfe erfunden habe und diese im Kampf um die gemeinsamen Kinder instrumentalisiere. Weil es in den Aussagen der Ex-Freundin zudem mutmaßlich Widersprüche gebe, argumentierten sie mit dem strafrechtlichen Grundsatz “In dubio pro reo” (lat. “im Zweifel für den Angeklagten”). Der Richter erwiderte daraufhin: „Für uns gibt es keine dubios und darum gibt es auch nichts pro reo.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Boateng hat nun noch die Möglichkeit, das Urteil erneut anzufechten und den Fall somit vor das Bayerische Oberste Gericht zu bringen. Der Richter des Landgerichts äußerte diesbezüglich offen seine Bedenken: „Irgendwann ist halt auch die Verteidigung mal am Ende“, sagte er im Laufe des Verfahrens. „Das weiß der Herr Boateng als Verteidiger wahrscheinlich auch ganz gut.“