Bundesgesundheitsminister Lauterbach möchte 2025 eine große Krankenhausreform auf den Weg bringen. Eine der geplanten Neuerungen stößt nun insbesondere bei Hebammen, Müttern und Frauenärzten auf starke Kritik.

Sie sieht vor, dass ab 2025 nur noch qualifiziertes Personal aus der unmittelbaren Krankenpflege im Pflegebudget berücksichtigt wird. Weiteres medizinisches Personal wie z.B. Physiotherapeuten, Logopäden aber auch Hebammen sind ab dann vom Pflegebudget ausgeschlossen und können von den Krankenhäusern somit nicht mehr refinanziert werden.

Mütter und Hebammen in Deutschland haben nun eine Petition gegen die geplante Gesetzesänderung gestartet. Sie fürchten reihenweise Kündigungen auf den Wochenbettstationen, weil sich die Krankenhäuser die Hebammen dann nicht mehr leisten könnten. Deren Aufgaben müssten dann zwangsläufig von regulären Pflegekräften übernommen werden, die jedoch gar nicht für die Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen ausgebildet seien.

„Für eine komplikationslose Geburt und Nachsorge ist die Betreuung durch eine Hebamme unerlässlich“, heißt es in der Petitionsbeschreibung. Nicht umsonst sei die Wochenbettverlaufskontrolle nach § 4 Abs. 2 des Hebammengesetzes den Hebammen vorbehalten. Grund dafür sei die Erfahrung der Hebammen, die durch ihre Ausbildung und tägliche Arbeit schon früh Komplikationen erkennen könnten.

Der reihenweise Wegfall von Hebammen in den Krankenhäusern habe somit einen „massiven negativen Einfluss auf die Versorgungsqualität“.

Um dies zu verhindern, soll das GKV Finanzierungsgesetz entsprechend angepasst werden, um Hebammen und weiteres essentielles medizinisches Personal weiterhin im Pflegebudget zu berücksichtigen. Über 800.000 Menschen haben bereits unterzeichnet.

Hier gelangt ihr zur Petition.