Verbraucherschützer, Krankenkassen, Ernährungsgesellschaften und Kinderschutzorganisationen haben sich zusammengetan und sich mit einem offenen Brief an die Ampelregierung gewandt. Wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ berichtet, fordern sie härtere Einschränkungen im Bezug auf an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk, Foodwatch, die Verbraucherzentrale, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, der WWF sowie die großen Krankenkassen.

Werbung sei laut dem Schreiben dazu in der Lage, die Präferenzen von Kindern und deren Essverhalten nachhaltig zu beeinflussen. Rund 15 Prozent aller Kinder seien laut Foodwatch bereits von Übergewicht betroffen. Sie seien damit anfälliger für Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Gelenkprobleme. Kinder müssten deshalb durch härtere Beschränkungen vor Lebensmitteln mit zu viel Zucker, Fett oder Salz geschützt werden.

Zwar hat die Ampel im Koalitionsvertrag bereits ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel in Formaten und Sendungen für Kinder festgehalten – das geht dem Bündnis aber nicht weit genug.

Konkret wird gefordert:

  • Keine Werbung mehr für ungesunde Lebensmittel im TV, Radio und auf Streamingdiensten zwischen 6 und 23 Uhr
  • Verbot von Werbeplakaten für Ungesundes im Umkreis von 100 Metern rund um Schulen, Kitas und Spielplätze
  • Influencer sollen nur noch gesunde Lebensmittel bewerben dürfen

Als Maßstab für „gesunde“ oder „ungesunde“ Lebensmittel sollen die Nährwertrichtlinien der WHO dienen. Der Brief wurde von insgesamt 40 Organisationen und Personen unterzeichnet, darunter auch von Jamie Oliver, einem Starkoch aus Großbritannien.